Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf

 

Eine Legende: Was die Kerzen in der Kirche reden

 

 

Gestern Abend habe ich mitbekommen, wie die Kerzen hier in der Kirche sich unterhalten haben.

 

Die Kerze auf dem Adventskranz, die jetzt brennt, hat vor Freude gelacht und gerufen: „Hurra! Am ersten Adventssonntag werde ich angezündet und darf leuchten! Mein Licht erzählt allen Leuten, wie das Volk Israel auf den Retter gewartet hat – und wie er dann auch gekommen ist! Jesus, das Kind, das im Stall von Bethlehem geboren wurde und in einer armseligen Futterkrippe gelegen hat, hat dann den Menschen von Gottes Liebe und Vergebung erzählt und den Armen geholfen. Ist das nicht eine gute Botschaft? Ich werde leuchten, dass es alle sehen!“

 

Da hat die zweite Kerze auf dem Adventskranz geantwortet: „Sei nur nicht so vorlaut! Auch ich werde bald leuchten! Mein Licht sagt den Leuten, dass Jesus nicht nur damals kam. Er wird wiederkommen und die ganze Welt befreien vom Bösen! Er wird alles neu machen!

Das wird der Pastor am 2. Advent predigen – und ich werde dazu leuchten!“

 

Und dann hat sich auch noch die dritte Kerze vom Adventskranz zu Wort gemeldet und hat gesagt: „Ich bin auch noch da!

Wenn ich leuchte, am 3. Advent, dann erinnere ich an Johannes den Täufer. Der hat die Menschen darauf vorbereitet, dass Jesus kommen würde - und viele haben über ihr Leben nachgedacht und wieder mehr nach Gott gefragt. Ich leuchte, damit die Menschen daran denken, ihr Herz vorzubereiten,

damit Jesus darin wohnen kann. Denn `wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, aber nicht in dir, du gingst doch ewiglich verloren!´“

 

Die vierte Adventskerze konnte nicht länger schweigen. Sie rief: „Wenn ich angezündet werde, am 4. Advent, dann sind wir kurz vor dem Christfest! Ich leuchte, damit die Freude wächst! So viele Menschen wissen gar nichts davon, dass Jesus der Retter ist; sie wissen gar nicht, dass Jesus Frieden bringt. Das müssen wir ihnen erzählen! Alle dürfen sich freuen!“

 

Auf einmal rief eine Stimme: „He da! Was redet ihr da die ganze Zeit!

Macht euch nicht so wichtig! Ich bin die Osterkerze hier am Taufbecken. Ich leuchte bei jedem Gottesdienst, jeden Sonntag, bei jeder Hochzeit, bei jeder Beerdigung! Ihr leuchtet nur für ein paar Wochen in der Adventszeit - ich aber leuchte das ganze Jahr über!

Und im Gottesdienst der Osternacht gebe ich mein Licht an viele kleine Osterkerzen weiter! Ich erinnere die Leute daran, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist und der lebendige Herr ist für alle Zeit! Deswegen bin ich auch viel dicker und länger als ihr!“

 

Auf einmal höre ich ein Gemurmel vom Abendmahlstisch.

Richtig, da stehen ja auch noch vier dicke Kerzen!

Die sagen: „An uns denkt ihr wohl gar nicht!

Ihr meint wohl, ihr allein wärt wichtig?

Aber wir vier stehen um die Bibel herum.

Denn es gibt vier Evangeliumsschriften:

das Evangelium des Matthäus, das Evangelium des Markus,

das Evangelium des Lukas und das Evangelium des Johannes.

`Evangelium´ heißt `frohe Botschaft´.

 

In den vier Evangeliumsschriften wird uns alles von Jesus erzählt,

wie er geboren wurde, wie er aufgewachsen ist,

wie er den Menschen von Gott erzählt hat,

wie er die Kranken geheilt hat,

wie er für uns gelitten hat und gestorben ist

und wie er auferstanden ist.

Wir sagen euch: hört auf die frohe Botschaft!“

 

Und dann war alles still. Alle Kerzen hatten etwas gesagt.

Jede hatte sich wichtig gemacht.

 

Aber die Kerze, die für das Evangelium von Johannes leuchtet, hat dann doch noch ein Wort gesagt und den anderen Kerzen eine kleine Predigt gehalten:

„Liebe Schwestern und Brüder!“, hat sie gesagt,

„ihr seid wirklich wichtig.

 

Aber vergesst nicht: wir sind alle nur kleine Lichter.

Das große Licht ist das Licht der Welt, Jesus Christus selbst.

An Ihn sollen wir erinnern. Auf Ihn sollen wir hinweisen.

Für Ihn sollen wir leuchten.

Wenn wir leuchten, verzehren wir uns selbst

und werden dabei immer kleiner.

Aber Jesus Christus, das Licht der Welt,

ist mächtiger als tausend Sonnen.

 

Wir sollen ein kleines bisschen von seinem Licht hineintragen

in die Welt, zu den Menschen, besonders zu den Traurigen,

den Ängstlichen, den Kranken und den Armen.

Und nun lasst uns miteinander leuchten!“

 

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