Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf

Krankheit und Seuchen - Strafe Gottes? Wo ist Gott?

 

 

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde!

 

In diesen Tagen treffe ich Menschen, die fragen:

 „Ist die Corona-Pandemie eine Heimsuchung Gottes?

Will er uns damit etwas zeigen?“

 

Einige sind sich sicher: „Corona ist eine Strafe Gottes!

Die Menschen kennen keine Grenzen mehr, sie wollen immer höher hinaus, sie fragen nicht mehr nach Gott!“

 

In früheren Zeiten gingen die Menschen jedenfalls

bei Unwetter, Seuchen und Krieg in die Knie und flehten zu Gott um Erbarmen, gingen auch in sich, fragten sich, womit sie das möglicherweise verdient hätten,

bekehrten sich von einem gottlosen Leben zu neuer Frömmigkeit.

 

Das war der Ursprung zahlreicher Buß- und Bettage, die von den jeweiligen Landesherren für die Bevölkerung festgesetzt wurden.

 

Der zuletzt übriggebliebene Buß- und Bettag, der in Deutschland ein staatlich geschützter evangelischer Feiertag war, wurde 1994 abgeschafft und ist nur noch im Freistaat Sachen ein staatlich geschützter Feiertag. Man wollte damit die Finanzierung der neu eingeführten Pflegeversicherung sichern.

Ging damit nicht etwas Wichtiges verloren?

 

Eins ist sicher: Unwetter zeigen uns, daß Wasser, Feuer und Wind Naturmächte sind, denen gegenüber wir oft hilflos sind.

 

Auch wenn wir nicht schleunigst etwas gegen die Erderwärmung

und die Umweltverschmutzung unternehmen und in unserem Lebensstil rücksichtsvoller und bescheidener werden, wird es immer größere Probleme mit dem Klima, Trockenheit und Überflutungen geben.

 

Kriege fallen nicht vom Himmel, sondern entspringen dem Streben von Herrschern und Nationen nach Macht und Besitz.

Hier sehen wir, daß der Mensch selbst die Ursache von Katastrophen sein kann.

 

Krankheiten, bei denen es keine Heilung gibt, Seuchen und Epidemien, denen unzählige Menschen erliegen,

sind allerdings nicht verursacht

durch bewusste menschliche Fehlentscheidungen.

 

Wir erleben zur Zeit, wie verletzlich und hilflos wir sein können,

wie schnell auch unser Wohlstand verloren gehen kann.

Wir können auf einmal nicht mehr, wie wir wollen.

Wir erleben einen Kontrollverlust, einen Verlust an Freiheit,

eine Einengung und Beschränkung unserer Möglichkeiten.

Das dämpft unseren menschlichen Hochmut und Übermut.

 

Ist Gott der, der Krankheiten und Seuchen schickt?

Die einen nehmen das zum Anlaß, in sich zu gehen,

die anderen verfluchen Ihn.

 

Der stolze Mensch, der keine Autoritäten über sich anerkennt,

alles selbst bestimmen und haben will, ist gekränkt und beleidigt

Einige machen es sich einfach: solange sie nicht selbst betroffen sind, leugnen sie das kleine Virus, das man ja nicht sehen kann, suchen die Ursache der Pandemie-Schutzmaßnahmen bei „dunklen Mächten“ und verlieren sich in Verschwörungstheorien.

 

In der Bibel gibt es tatsächlich Geschichten, in denen erzählt wird,

daß Gott Unheil über die Menschen kommen lassen kann.

 

In Jeremia 2,19 heißt es:

Du musst innewerden und erfahren,

was es für Jammer und Herzeleid bringt,

JAHWEH, deinen Gott, zu verlassen 

und mich nicht zu fürchten, spricht Gott, JAHWEH,

der Herr der Heerscharen.“

 

Wer nicht mehr mit Gott redet, braucht sich nicht wundern,

wenn Er schweigt.

Wenn die Menschen sich von Gott abwenden und Böses tun,

fällt das auf sie zurück.

„Wer Wind sät, wird Sturm ernten“, heißt es.

Wer in andere Länder Krieg hineinträgt,

braucht sich nicht zu wundern,

wenn der Krieg ins eigene Land zurückkommt.

 

Jesus wurde einmal gefragt, ob die Menschen,

die von einem umstürzenden Turm erschlagen worden waren, besonders gottlose oder schuldige Menschen gewesen seien.

Er hat darauf geantwortet, daß das nicht so sei,

sondern daß dies Ereignis für alle ein Anlaß sein müsse,

sich Gott neu zuzuwenden.

 

Krankheiten, Seuchen und Katastrophen sind demnach nicht unbedingt Strafen Gottes; sie treffen ja wahllos alle,

nicht nur die gottlosen und bösen Menschen.

 

Aber wir alle erfahren dabei unsere Schwachheit,

lernen, daß uns Gesundheit und Leben immer nur auf Zeit geschenkt sind.

 

Sehen wir eigentlich nur, was uns genommen wurde und wird,

oder auch das, was uns geschenkt wurde und geschenkt wird?

 

Wo ist Gott in dieser Welt?

Manchmal kommt es uns so vor, als seien wir uns selbst überlassen.

Wir wünschen uns oft, Gott möchte eingreifen.

Aber Gott tut uns nicht den Gefallen, auf Bestellung zu erscheinen.

 

In der Bibel hören wir, daß Gott immer wieder Menschen angesprochen, gerufen, berufen hat,

daß seine Herrlichkeit immer wieder aufleuchtete,

besonders in Jesus.

 

Gott sprach zu Abraham, Mose, Elia und den anderen Propheten Israels.

 

Er befreite das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten

und schloß am Berg Sinai mit ihm Seinen Bund,

gab ihm die 10 Gebote, geleitete sie sicher in das verheißene Land.

 

Gottes Herrlichkeit leuchtete schließlich auf wunderbare

und einmalige Weise auf in Jesus, seinem Sohn, in der Liebe,

die er lebte,

in Seinem Opfertod, der unsere Schuld auslöscht,

in Seiner Auferstehung von den Toten, die uns Hoffnung gibt.

 

Seine Macht wird spürbar, wenn Sein Geist Menschen berührt

und verändert, wenn Gemeinden aufblühen,

wenn aus dem Glauben heraus Werke der Liebe geschehen.

 

Es gibt Zeiten und Augenblicke im Glaubensleben,

in denen Gott uns ganz nah ist – und wir Ihm.

 

Er spricht zu uns durch sein Wort, das Wort der Heiligen Schrift,

durch das Wort der Verkündigung, es berührt uns,

es ist, als ob die Stimme Jesu selbst laut wird

und hineinspricht in unser Herz, in unser Leben.

 

Es gibt Augenblicke, in denen das Wort Gottes uns befreit,

uns froh macht, Erkenntnis schenkt, Hoffnung weckt.

Aber dann geht Jesus mit uns zurück in den Alltag, an die Arbeit.

Da stoßen wir auf Probleme, auf Menschen,

die einen anderen Geist in sich tragen als den Heiligen Geist.

Da sollen wir nun selbst Licht sein, Abglanz des großen Lichtes,

das uns durchleuchtet, da sollen wir Himmelsboten sein.

 

Auch Mose suchte Gottes Nähe (2. Mose 3).

 

Er ging weit hinauf auf den Berg, von dem sich die Leute erzählten, daß Menschen dort des öfteren eine Gotteserfahrung gehabt hätten.

Da erblickt er einen brennenden Dornbusch.

Nichts besonderes, denn es geschieht immer wieder einmal,

daß ein trockener Dornbusch in der Mittagshitze Feuer fängt.

Aber Mose fällt auf, daß der Dornbusch vom Feuer nicht versehrt wird.

Das verwundert ihn und lockt ihn an.

 

Da ruft ihn eine Stimme beim Namen: „Mose, Mose!“

Mose hört wohl die Stimme, die aus dem Dornbusch ertönt,

aber er sieht niemanden, nur das Feuer.

Gott stellt sich ihm vor: „Ich bin der Gott deines Vaters,

der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“

Und kurz darauf nennt er seinen ureigenen Namen: „Jahweh.“

 

Der wahre, lebendige Gott hat eine klare Identität.

Er ist der Schöpfer der Welt, der Gott Abrahams, Isaaks

und Jakobs, der Gott Israels.

Er ist der Gott, der sich in Jesus Christus, seinem Sohn, geoffenbart hat.

 

Er will nicht auf eine Stufe gestellt werden mit den Gottesvorstellungen und Göttern, die sich die verschiedenen Völker und Philosophen erdacht haben.

 

„Ich bin Jahweh dein Gott.

Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“,

heißt es im 1. Gebot.

Er allein hat alle Macht, er allein ist herrlich, er allein kann helfen,

Ihn allein sollen wir ehren, von Ihm allein alles Gute erwarten.

 

Die Herrlichkeit Gottes zeigt sich darin,

daß er immer wieder Erbarmen hat.

 

Er hat das Schreien seines Volkes in Ägypten gehört,

die Klagen über ihre Unterdrücker und Ausbeuter

sind bei ihm angekommen, und Er, der Helfer seines Volkes,

greift ein.

 

Er berief Mose zum Anführer seines Volkes.

Mose wollte die Gewissheit haben, daß das gelingt.

Gott mutete ihm aber das Abenteuer des Glaubens zu,

wie schon Abraham, Isaak und Jakob.

Er sagte: „Das soll dir das Zeichen sein,

dass ich dich gesandt habe:

Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast,

werdet ihr mir dienen auf diesem Berge.“

Erst im Nachhinein, wenn das Ziel erreicht ist,

kann man sicher wissen, daß Gott sein Versprechen wahr gemacht hat.

 

Die Bibel bezeugt uns, wie Gott Stück für Stück seine Verheißungen erfüllt hat.

Ein vielstimmiger Chor von Zeugen bestätigt uns das.

Am Anfang des Weges gibt Gott dem Mose wie uns nur die Zusage:

„Ich will mit dir sein.“

Ähnliche Zusagen finden sich in der Bibel immer wieder.

 

Für dies Versprechen bürgt Gott mit seinem Namen: „Jahweh“.

Dieser Name bedeutet: „Ich bin immer für euch da.“

 

Und er kündigt an, daß er seinem Volk einen König geben will,

durch den Er bei seinem Volk sein will, den „Immanuel“.

„Immanuel“ heißt auf deutsch: „Gott ist bei uns“ oder „Gott ist mit uns.“

Wir sehen diesen König in Jesus, denn in Ihm war Gott gegenwärtig,

durch Ihn wurde Gottes Zuwendung und Liebe sichtbar.

 

Die Jünger erlebten es: „Wir sahen seine Herrlichkeit,

die Herrlichkeit des einziggeborenen Sohnes vom Vater,

voller Gnade und Wahrheit“ (Joh. 1)

Auch der auferstandene Jesus verspricht seinen Jüngern:

„Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matth. 28,20)

 

So sehr wir uns manchmal verlassen fühlen mögen,

so ohnmächtig die Kräfte des Guten scheinen,

so sehr sich die Probleme häufen: Wir sind nicht verlassen!

Gott ist mit uns, auch in Schwierigkeiten, im Leid, im Sterben!

 

Er zeigt uns den guten Weg. Er ist unser Freund.

Er zeigt uns immer wieder seine Herrlichkeit.

Jesus Christus schenkt uns Seinen Geist.

Mit uns baut Er Seine Kirche.

Gemeinsam verkünden wir Seine Herrlichkeit,

mit Worten und Liedern,

gemeinsam setzen wir uns für Notleidende ein,

trösten Traurige, besuchen Kranke und Einsame,

stehen Flüchtlingen bei, begleiten Sterbende;

gemeinsam erheben wir unsere Stimme

für den Schutz des Lebens,

für den Schutz und die Förderung der Familien,

für soziale Gerechtigkeit,

Menschenrechte,

Völkerverständigung,

fairen Welthandel,

wollen Frieden stiften.

 

Dabei kann Gott jeden von uns gebrauchen.

 

Und zu guter letzt bringt Er die, die zu Ihm gehören,

Seine Kinder sind,

zum Ziel, zu sich, in Seine Welt,

wo es kein Leid, keinen Schmerz, keine Tränen mehr gibt,

sondern nur noch Freude und Seligkeit.

 

Ich wünsche Ihnen / Euch einen gesegneten Sonntag.

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr / Euer Friedemann Stinder

 

 

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