Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
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“Wort zum Sonntag”, 14. Februar 2021

 

 

 

Was beschäftigt uns an diesem Sonntag,                  dem 14. Februar?

Was ist das für ein Sonntag?

 

1. Für manche ist es der Karnevalssonntag.

 

Aber der Karneval (oder Fastnacht) ist in diesem Jahr aufgrund der Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie ausgebremst.

Echte Karnevalisten leiden darunter sehr.

“Spass an de Freud” – wer braucht das nicht?

Eigentlich brauchen wir das nicht nur

ein paar Tage im Jahr,

sondern immer wieder einmal!

Es ist die Frage, wie echte Freude aussieht,

wo sie herkommt,

wie sie uns täglich begleiten kann,

uns dauerhaft froh und zuversichtlich macht.

 

Zum Karneval oder zur Fastnacht gehören verschiedene Bestandteile:

 

  • Geselligkeit mit Musik, Schunkeln, Tanz und Verkleidung. Warum nicht?                            Und gern auch an anderen Tagen im Jahr!

 

  • Die humorvolle, manchmal aber auch deftig-böse Kritik an politischen und sonstigen gesellschaftlichen Entwicklungen.              Heutzutage muß das nicht auf ein paar Tage im Jahr beschränkt sein; aber in früheren Zeiten, als es noch keine Meinungs- und Redefreiheit gab, war an Karneval oder Fastnacht ausnahmsweise erlaubt, was sonst verboten war und verfolgt wurde.                            Auch Menschen, die sich vom Karneval ansonsten fernhalten, sehen oft gern die Fernsehsendung “Mainz, wie es singt und lacht.”

 

  • Die Erstürmung der Rathäuser durch das Narrenvolk stammt aus der Zeit des Obrigkeitsstaats. Einmal im Jahr gab man den Entmündigten die Möglichkeit,                      sich stark zu fühlen,                                        bis der traurige Alltag wieder einkehrte. Verkleidung und Maske schützten davor, erkannt zu werden.                                                                                                          Heute leben wir in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat –                      jeder kann jederzeit sagen und schreiben,        was er denkt, mitbestimmen und mitmachen.                                                                          Ist das Erstürmen der Rathäuser insofern nicht ein Überbleibsel aus vordemokratischen Zeiten?

 

  • Die “Weiberfastnacht” (Schwerdonnerstag) stellte einmal im Jahr die Männerherrschaft      infrage: das Abschneiden der Krawatten z.B.      ist Sinnbild der Entmachtung der Männer. Eigentlich gehen wir inzwischen von der Gleichberechtigung von Männern und Frauen aus, aber wir wissen alle, daß es daran oft noch hapert.

 

  • Darf man an den Tagen des Karnevals oder der Fastnacht tun, was man sonst nicht tun darf, “über die Stränge schlagen”, saufen und fremdgehen?                                                                                                                                  Sind es Tage, an denen die 10 Gebote nicht gelten?                                                       Die Zahl 11, die im Karneval oder bei der Fastnacht eine große Rolle spielt, ist in der Tat die Zahl der Überschreitung der 10 Gebote,      die Zahl, die aussagt, daß an diesen Tagen nicht gilt, was sonst gilt.                                     Und so sind diese Tage für viele Menschen Tage, in denen sie viel, zuviel trinken und ihrem Partner bzw. ihrer Partnerin untreu werden.      Die schlüpfrigen Anspielungen und Witze,      die bei Sitzungen vorgetragen werden, verharmlosen oft diese Sünden, als würde damit kein schwerer Schaden angerichtet.

 

Ist der Karneval bzw. die Fastnacht nicht insofern auch ein Gemisch von einerseits spaßigen und andererseits fragwürdigen Elementen?

 

Wie können wir als Christen deutlich machen,

daß wir nicht unkritisch alles mitmachen?

 

Gern wird uns der Vorwurf gemacht,

wir seien freudlose Griesgrame.

Ja, es gibt Menschen, die sich Christen nennen,

aber so ernst und streng sind, daß sie keine Freundlichkeit und Lebensfreude ausstrahlen.

Die haben offensichtlich das Evangelium, die frohmachende Botschaft von Jesus Christus,

nicht richtig verstanden.  

 

Wir sind sicher auch mal ernst oder traurig, unglücklich, angefochten und voller Zweifel, aber doch nie ohne das Licht des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung –

und das sollen auch die anderen bei uns uns sehen!

Der Apostel Paulus ermuntert uns Christen (Philipperbrief 4,4):

“Freuet euch im Herrn (Jesus) unentwegt,

und abermals sage ich euch: freuet euch!”

 

2. Für manche ist es der 14. Februar                      der Valentinstag

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der “Valentinstag” durch amerikanische Soldaten in Westdeutschland bekannt. 1950 wurde in Nürnberg der erste Valentinsball veranstaltet.                                                           Die Blumen- und Süßwaren-Industrie witterte ein großes Geschäft. Regelmäßig rollt vor dem 14. Februar eine riesige Werbemaschine an.          

Verliebte kaufen und verschenken Blumen und Süßigkeiten, inzwischen auch Kleidung und Schmuck.

 

Valentinus, ein Priester oder Bischof, der 268 wegen seines christlichen Bekenntnisses enthauptet wurde, 

soll besonders als Seelsorger für Liebespaare tätig gewesen sein. Wer weiß das schon?

Wer sucht bei Liebeskummer noch Seelsorge?

Der “Valentinstag” – ein Tag,

der nichts anderes ist als Kommerz!

 

 

3. Sonntag, der 14. Februar 2021, ist für uns der Sonntag vor Beginn der Passionszeit

 

Der Wochenspruch aus Lukas 18,31 ist ein Wort,

das Jesus einst zu seinen Jüngern sprach:

“Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem,

und es wird alles vollendet werden,

was geschrieben ist durch die Propheten

von dem Menschensohn.”

 

Wenn Juden sich aufmachen, um bei einem der drei großen Wallfahrtsfeste in Jerusalem dabeizusein,

sagen sie: “Wir gehen hinauf!”

Das sagen auch Juden, die nach Israel einwandern: “Alijah machen”, das heißt: Hinaufgehen.

Ursprünglich geht es darum,

ins Bergland Juda hinaufzusteigen.

Der Tempelberg in Jerusalem liegt 800 m

über dem Meeresspiegel.

 

Jesus ist seit seinem 12. Lebensjahr regelmäßig dreimal im Jahr nach Jerusalem gewandert,

um an den großen Wallfahrtsfesten teilzunehmen

(Passahfest, Wochenfest und Laubhüttenfest).

 

Aber diesmal, im Jahr 30,

wird alles vollendet werden,

was geschrieben ist durch die Propheten

von dem Menschensohn”.

 

Eine lange Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel soll zu ihrem Höhepunkt, zu ihrer Vollendung kommen,

sagt Jesus.

 

Gott hat sich erwiesen

 

  • als Befreier der Unterdrückten
  • als Beschützer der Flüchtenden
  • als zuverlässiger Begleiter des wandernden Gottesvolks
  • als guter Gesetzgeber
  • als der Gott, der seinem Volk ein neues Leben in Freiheit und Gerechtigkeit im Land Israel eröffnet
  • als der Gott, der Segen und Frieden schenkt, solange die Menschen auf Ihn hören.

 

Ist das nicht schon genug getan?

 

Gott hat noch mehr getan: er kam Seinem Volk

und den Menschen der anderen Völker nahe

in dem Menschen Jesus von Nazareth,

der das Abbild des liebenden, heilenden,

aber auch zurechtweisenden Gottes war und ist.

 

Der Gott der Liebe, der sein Volk nicht verläßt,

der uns Menschen nicht im Elend zugrundegehen läßt, ist Mensch geworden in Jesus,

hat sich erniedrigt, um uns zu dienen.

 

Aber immer noch und immer wieder steht Schuld zwischen Ihm und uns:

 

  • die Schuld des Unglaubens und Kleinglaubens    
  • die Schuld der Selbstherrlichkeit und der Selbstgerechtigkeit                                          
  • die Schuld der Ich-Bezogenheit, die an den Bedürfnissen der Mitmenschen vorbeigeht          
  • die Schuld der Vereinzelung,                                mit der die Gemeinschaft verachtet wird                              
  • die Schuld der Trägheit, die nicht folgt,        wenn Gott ruft,                                                nicht hört, wenn Gott reden will,                  und nicht tut, was dran ist                                       
  • die Schuld der Feigheit,                                die das offene Bekenntnis nicht wagt                 
  • die Schuld der Habsucht, die nur nehmen,      aber nicht geben kann.

 

Schuld trennt uns von Gott, macht uns unwürdig

und untauglich für die Welt Gottes.

 

Wir können uns wichtig machen,

die Saubermänner spielen,

von unserer Lebenserfahrung oder unserem Wissen reden –

Gott sieht uns, wie wir sind. Ungenügend!

 

Da kommt Er selbst, nimmt unser Fleisch an,

nimmt uns unsere Schuld ab und legt sie sich selbst auf!

Am Kreuz von Golgatha läßt Er sich an unserer Statt aufhängen,

stirbt den Tod eines Verfluchten

und schenkt uns dafür Seine Reinheit und Unschuld.

 

Das Leben und Blut des unschuldigen Sohnes Gottes,

von einzigartigem Wert, bedeckt unsere Schuld,

befreit uns vom ewigen Tod,

stößt uns die Tür zum Himmel auf.

 

Wer das im Glauben annimmt,

sich ganz Gottes Gnade überläßt,

wird ein Kind Gottes,

Sohn oder Tochter des Weltenkönigs,

trotz allem unendlich geliebt!

 

Das ist der Höhepunkt, da wurde “alles vollendet, was geschrieben ist durch die Propheten

von dem Menschensohn”.

 

Ja, Gott hat es den Propheten für Israel angekündigt,

die haben es verkündigt und aufgeschrieben,

daß eines Tages ein “Menschensohn” kommen sollte,

ein menschlicher König, kein Tyrann, kein Verführer, kein Eroberer, kein Schlächter, kein Räuber.

 

Der soll ein Königreich aufrichten,

mit dem der Himmel auf die Erde kommt

und die Erde zum Himmel erhoben wird.

Genau das wurde durch Christus bewirkt,

denn überall, wo Er herrscht, wo Menschen Ihm folgen,

 

  • kommt der Himmel auf die Erde
  • zieht Gottes Geist in die Herzen ein
  • wird Friede
  • entfaltet sich ein barmherziger, helfender Umgang der Menschen miteinander
  • entsteht echte Gemeinschaft
  • entwickelt sich Lebensfreude.

 

Das ist besser als jeder Karneval,

mehr als lauter Valentinstage.

Im Glauben an Jesus Christus ein Kind Gottes zu werden und zu sein,

ist Erlösung und Seligkeit!

 

Wenn wir in den Wochen der kommenden “Passionszeit” immer wieder den Leidensweg Jesu bedenken,

sehen wir immer beides:

menschliche Schuld und göttliche Geduld

menschliche Bosheit und Gottes Liebe

menschliches Sterben und göttliches Auferwecken.

 

Sonntag, der 14. Februar 2021, läßt uns ausblicken

auf all das Gute,

das Gott durch das Jesu stellvertretenden Tod am Kreuz und Jesu Auferstehung für uns getan hat,

auf all das Gute, das Er auch weiterhin

für uns, an uns und in unserem Leben tun will.

 

Gott sei Dank!

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr / Euer Friedemann Stinder

 

 

 

 

 

 

 

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