Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf

Wort zum Sonntag vom 28.3.2021                                                       "Jesus, laß mich dein Esel sein!"

 

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde!

 

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche,                  die auf den Karfreitag zusteuert.

“Kar” ist ein althochdeutsches Wort für Klage bzw. Trauer.

 

Wir leben tatsächlich in einer traurigen Zeit von Krankheit, Verunsicherung, Angst, Ermüdung.

Aber vergessen wir nicht die Menschen in anderen Ländern, denen es viel schlechter geht als uns!

 

Die Traurigkeit der Karwoche ist Traurigkeit über das,

was Jesus erleiden mußte,

was Menschen ihm angetan haben.

Der Karfreitag ist ein Tag, an dem wir der Kreuzigung Jesu gedenken.

 

Jesus, der Sohn Gottes, das Abbild der Liebe Gottes, wurde abgelehnt, verspottet, mißhandelt, hinausgestoßen, grausam hingerichtet.

Wir wissen, daß Jesus willig den Weg zum Kreuz gegangen ist,

weil er die Schuld der Menschen auf sich nehmen

und damit auslöschen wollte.

Er machte sich zu unserem Opferlamm,

zum Sündenbock, leistete Sühne für uns

und vollbrachte damit unsere Erlösung

von Sünde und Verdammnis.

 

Wer sein Opfer im Glauben annimmt

und sich Ihm anvertraut, gewinnt vollkommene Vergebung und Zutritt zur himmlischen Welt.

 

Wir wissen auch, daß Jesus am Ostersonntag auferstand und sich seinen Jüngern als der Sieger zeigte.

 

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag.

Damals, im Jahr 30 nach unserer Zeitrechnung,

sah alles noch gut aus, verheißungsvoll.

Hunderttausende Pilger waren in Jerusalem zusammengeströmt,

um die Gemeinschaft des Volkes Gottes zu erleben,

um in der Gemeinschaft des ganzen Gottesvolks

das Passahfest zu feiern.

 

Passah – das ist das jährliche Fest der Erinnerung an die große Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten, Erinnerung an Gottes machtvolles, rettendes Eingreifen.

 

Und dabei flehen die Israeliten darum,

dass Gott sich erneut als Befreier erweist,

damals als Befreier vom Joch der Römer.

Sie warten auf einen neuen Mose,

auf den Messias, den König aus dem Hause Davids,

der das Volk Israel aus Bedrückung und Elend herausführt.

 

Einige warteten damals eher auf ein Wunder Gottes, andere wollten mit Gottes Hilfe einen bewaffneten Aufstand gegen die Römer wagen.

 

Da verbreitete sich das Gerücht: „Jesus von Nazareth, der Prophet aus Galiläa, ein Nachfahre Davids,

rückt heran!“

 

Die Leute, die auf Jesus hoffen, darunter Tausende seiner Jünger, ziehen Jesus entgegen,

wie die Hauptstadt auch früher ihren König eingeholt hat:

mit Palmzweigen, Jubel und Lobpreisungen: „Gepriesen sei Gott!

Heil dem, der in seinem Auftrag kommt!

Heil dem König Israels!“

 

Und Jesus lässt sich diesen Empfang gefallen,

denn er ist in der Tat der König Israels,

der König der Juden, der Retter;

diese Stadt, Jerusalem, ist Seine Stadt,

die Stadt des Sohnes Davids,

die Stadt des Tempels, des Hauses Seines Vaters.

 

Aber nun sind schon einige Leute enttäuscht:

Jesus zieht nicht als Herrscher auf dem Kriegsroß ein.

Er ruft nicht zum Aufstand gegen die Römer,

er trägt keine Waffen.

Er reitet auf einem Esel.

 

Damit liegt er auf der Linie der prophetischen Verheißung (Sach. 9,9f.):

„Freu dich, du Zionsstadt!

Jubelt laut, ihr Bewohner Jerusalems!

Seht, euer König kommt zu euch!

Er bringt Gerechtigkeit, Gott steht ihm zur Seite.

Demütig ist er vor seinem Gott.

Er reitet auf einem Esel, auf einem starken Eselshengst.

Er schafft die Pferde und Streitwagen ab in Jerusalem und ganz Israel,

auch die Kriegsbogen werden zerbrochen.

Er stiftet Frieden unter den Völkern.

Von Meer zu Meer reicht seine Herrschaft,

vom Euphrat (im Osten) bis zu den Enden der Erde (Gibraltar im Westen).“

 

1. Jesus kommt als einer,

der „demütig ist vor seinem Gott“.

 

Das ist die Wurzel alles Guten.

Wer demütig ist vor Gott,

erwartet nichts von sich selbst, sondern alles von Gott.

So jemand orientiert sich an Gottes Wort,

sucht die Übereinstimmung mit Gott,

bleibt im Gespräch mit Gott (Gebet),

ist frei von Selbstherrlichkeit,

Selbstgerechtigkeit und Eitelkeit.

 

Niemand kann so vollkommen in Übereinstimmung

mit Gott sein, wie Jesus es war;

denn Er ist Gottes Sohn.

 

Aber wir können uns wünschen, dass Menschen,

die Einfluß und Macht haben in dieser Welt,

Maß nehmen an Jesus.

Wir können versuchen,

selbst als Jünger Christi von Ihm Demut zu lernen.

 

 

2. Jesus kommt zu seinem Volk

und zu allen Menschen als

König des Friedens, als Friedensstifter.

 

Jesus ist nicht gekommen,

um sich ins politische Tagesgeschäft zu stürzen

und darin unterzugehen.

Er will keinen „Gottesstaat“ errichten.

Er will nicht mit äußerem Zwang regieren.

 

Schon in der Geschichte von der Versuchung Christi

zu Beginn seines Wirkens ist das eine der Verlockungen des Bösen:

„Alle Reiche der Welt in ihrer Größe und Pracht will ich dir geben,

wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest“,

sagt die Stimme des Bösen (Matth. 4,8f.)

 

Jesus kommt, um Menschen innerlich zu verändern,

zu erneuern,

zu Kindern Gottes zu machen.

 

Er kommt als „König der Herzen“.

Er regiert „nur“ mit seinem Wort und seinem Geist.

 

Er bringt die Macht des Glaubens in eine verzweifelte Welt.

 

Er bringt die Macht der Liebe in eine Welt,

der es an Liebe fehlt.

 

Er bringt Vergebung der Schuld und neues Leben,

wo Menschen gebunden sind an sich selbst,

den Fluch ihrer bösen Taten,

die Schatten der Vergangenheit,

an die Gesetzmäßigkeiten der Sünde.

 

Die Rettung und Befreiung, die Jesus bringt,

ist nachhaltig und tiefgehend.

 

Nicht veränderte Machstrukturen allein werden uns weiterbringen,

sondern veränderte Menschenherzen,

und daraus werden dann auch veränderte Machtstrukturen folgen! 

 

Nicht eine politische Umwälzung allein

bringt Recht und Frieden,

sondern zuerst und vor allem ist es der Glaube an Gott, die Nachfolge Christi,

das Wort und der Geist der Barmherzigkeit -

und erst dann und nur dann werden sich auch

die sozialen und politischen Verhältnisse

nachhaltig zum besseren verändern.

 

Jesus hat die politischen Hoffnungen

vieler seiner Zeitgenossen enttäuscht.

Nur wenige Tage später hing er einsam und verlassen am Kreuz.

Auch dort, am Kreuz, ist nichts anderes zu sehen

als unglaubliches,

alles überragendes Gottvertrauen

und unendliche Liebe,

Liebe gar zu seinen Henkern.

Jesus hat gelebt, was er gepredigt hat.

Er ist absolut glaubwürdig und echt.

 

 

Nun ist die Frage: ist er auch mein König?

 

Will ich von ihm lernen, demütig vor Gott

und ein Friedensstifter zu sein?

 

Bin ich bereit, mitten in einer verdorbenen, feindseligen Umwelt Zeuge des Herrn Jesus Christus zu sein

und zu sagen,

dass er allein mein und unser aller Retter und Helfer ist?

 

Welches ist meine Rolle in der Szene des Einzugs in Jerusalem?

Bin ich einer von jenen, die am Rande stehen

und jubeln,

um kurze Zeit später am Kreuz Jesu vorüberzugehen?

 

Der brasilianische Erzbischof Dom Helder Camara

hat einmal gesagt:

„Herr, laß mich dein Esel sein!“

 

Das könnte unsere Aufgabe sein:

Jesus zu dienen, ihn zu transportieren,

ihn hineinzubringen in das Leben der Menschen.

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr Pastor Stinder

 

 

 

 

 

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