Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf

Wort zum Sonntag, 16. Mai 2021

 

Joh. 7,37-39a

 

37. Am letzten Tag des Festes, der der höchste war,

trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet,

der komme zu mir und trinke!

38. Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt,

von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

39a. Das sagte er aber von dem Geist,

den die empfangen sollten, die an ihn glaubten.

 

 

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder!

 

Was ist ein Auto ohne Motor oder ohne Kraftstoff?

Was ist ein Brunnen ohne Wasser?

Was wäre ein Mensch ohne Kopf, ohne Blut oder ohne ein Herz?

Was wäre die Kirche ohne den Heiligen Geist?

Nichts würde sich bewegen, alles wäre wie tot.

 

Wir haben das Evangelium von Jesus Christus

gehört, Weihnachten, Karfreitag, Ostern

und Christi Himmelfahrt gefeiert.

Nun gehen wir auf das Pfingstfest zu.

 

An Pfingsten geht es um den Heiligen Geist.

Er wirkte bereits in der Gottesgemeinde

des Alten Testaments.

Er war die Kraft der Erleuchtung

und das innere Feuer für die Propheten Israels.

Er begeisterte viele Menschen im Volk Israel

für Gott und bewegte auch die Herzen

von Nichtjuden zum Glauben an den Gott Israels.

Aber dennoch war der Gottesgemeinde Israel eine umfassende Ausgießung

des Heiligen Geistes verheißen, die noch kommen sollte.

 

Am Pfingstfest des Jahres 30 nach Christus,

10 Tage nach der Himmelfahrt Christi, war es so weit:

die Schar der Jünger Jesu wurde von der Macht des Heiligen Geistes ergriffen,

wie Jesus es ihnen verheißen hatte.

Der Heilige Geist gab ihnen den Mut,

öffentlich von Jesus zu reden,

auch wenn ihnen das Feindschaft einbrachte.

 

 

Wir als christliche Kirche leben

von der Kraft des Heiligen Geistes.

Wenn der Heilige Geist nicht wäre,

der uns für Jesus begeistert,

würde die Kirche erstarren und absterben –

und die Kirche ist auch nur dort lebendig,

stark und treu, wo der Heilige Geist weht     

und wirkt.

 

Der Heilige Geist ist der Atem Gottes,

mit dem er die Schöpfung beseelte

und beseelt. In der Bibel wird er mit dem Regen

verglichen, der vertrocknetes Land zum Blühen

bringt. So bringt er neue Lebenskraft,

neue Lebensfreude in die Herzen derer,

die sich Jesus Christus anvertrauen.                                

Der Heilige Geist ist Wasser, das reinigt:

er wäscht aber nicht den äußeren Schmutz ab,

sondern führt zur Reinigung des Herzens

und des Lebens,

erfrischt den Glauben, läßt gute Früchte,

gute Taten wachsen,

Taten der Liebe zu Gott und den Menschen.

 

In Johannes 7, dem Predigttext des Sonntags,

wird uns erzählt,

daß Jesus in der Gemeinschaft der Gottesgemeinde Israels das Laubhüttenfest in Jerusalem feierte.

 

Am letzten Tag wurde mit einem goldenen Krug Wasser aus dem Teich Schiloach geschöpft

und dann im Tempel vor Gott ausgegossen.

So dankten die Menschen Gott für die Gabe des Wassers und baten ihn,

auch weiterhin Wasser zu schenken und Regen für das dürre Land.

 

Aber es ging um mehr:

„Wasser aus der Quelle der Rettung“.

„Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen

aus der Quelle der Rettung“ –

diese Verheißung aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jesaja 12,3) wurde beim Festgottesdienst auf dem Tempelberg vorgelesen.

Rettung durch Gott, Hilfe von Gott wird verheißen.

Denn er ist die Quelle der Rettung.

 

Der Mensch braucht mehr als Wasser zum Trinken.

Es gibt einen Lebensdurst,

eine Sehnsucht danach, daß das Leben aufblühen kann,

eine Sehnsucht nach Lebensfreude.

 

Israel hatte Gott als Befreier aus der Knechtschaft in Ägypten erlebt.

Der Pharao hatte sie unterdrückt und zur Fronarbeit gezwungen.

Sie hatten nicht für sich und ihre Familien gelebt und gearbeitet,

sondern für den Herrscher und seine Götter.

Sie schrien zu ihrem Gott, und der sandte ihnen Mose

und führte sie aus der Knechtschaft in die Freiheit.

 

Freiheit hieß für Israel:

Freiheit zu einem Leben unter dem guten Gott.

 

Was macht uns unfrei?

     Oft kreisen wir um uns selbst, wir kämpfen um

     Anerkennung, wollen uns wichtig machen.

     Wie können wir ein gesundes Selbstwertgefühl

     gewinnen?

 

Was macht uns unfrei?

     Menschen, die uns missachten oder niedermachen,

     in der Schule, in der Familie, im Betrieb,

     zu starker Leistungsdruck,

     zu viele Neuerungen in Technik und Politik,

     Krisen und Sorgen.

 

Das Leben ist ein Kampf,

voller Missverständnisse und Streit.

Wir leben „jenseits von Eden“, weit weg vom Paradies.

 

Wie können wir dahin kommen,

daß wir mit Gott und miteinander in Frieden leben können?

Wie können wir zufrieden und glücklich sein oder werden?

Wie können sich in unserem Leben heilende Kräfte entfalten?

 

Das hebräische Wort, das hier für „Rettung“ gebraucht wird, heißt: „Jeschua“.

Das ist gleichzeitig die hebräische Form des Namens „Jesus“.

„Jesus“ heißt übersetzt: „Rettung, Hilfe“.

Die Verheißung des Propheten Jesaja lautet also auch:

„Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus der Quelle Jesus.“

                                             

Und plötzlich tritt Jesus in diesem Gottesdienst auf und ruft:

„Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!

Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt,

von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Er sagt damit: „Jeschua, Rettung, das ist mein Name. Ich bin die Rettung!

Ich habe Wasser für eure durstigen Seelen,

ich bin die Quelle des Lebens! Wer mich in sich trägt, wird selbst

zu einem Wasserspender,

der um sich herum Leben aufblühen läßt.“

Viele Menschen können nicht glauben,

daß Jesus die Quelle für ein blühendes Leben ist.

 

Eine Parabel von Kadidja Wedekind erzählt:

 

Ein Mann verirrte sich in einer Wüste. Tags und nachts irrte er umher.

Wie lange braucht man, um zu verhungern und zu verdursten?

Das überlegte er sich beständig.

Die unbarmherzige Sonnenglut hatte ihn bald ausgedörrt.

Er fieberte. Wenn er erschöpft ein paar Stunden schlief,

träumte er von Wasser, von Orangen und Datteln.

Dann erwachte er zu schlimmerer Qual und taumelte weiter.


Da sah er plötzlich in einiger Entfernung eine Oase.        Aha, eine Fata Morgana, dachte er.

Eine Luftspiegelung, die mich narrt.
Er näherte sich der Oase, aber sie verschwand nicht.

Er sah sie im Gegenteil immer deutlicher:

die Dattelpalmen, das Gras und die Felsen,

zwischen denen eine Quelle entsprang.

 

Es kann nur eine Hungerfantasie sein,

die mir mein Hirn vorgaukelt, dachte er.

Wie grausam die Natur ist!

 

Mit diesem Gedanken brach er zusammen.

Er starb mit einem Fluch.

  

Eine Stunde später fanden ihn zwei Wüstenbewohner..

"Kannst du so etwas verstehen?" sagte der eine zum anderen.
  

"Die Datteln wachsen ihm ja beinahe in den Mund -

er hätte nur die Hand auszustrecken brauchen.

Und dicht neben der Quelle liegt er,

mitten in der schönen Oase - verhungert und verdurstet.

Wie ist das nur möglich?" 

 "Er war ein moderner Mensch",

antwortete der andere Beduine,

"er konnte nicht erkennen, was ganz nah war."

 

Obwohl Jesus auf sich aufmerksam macht als den,

der die Quelle der Rettung ist, der Retter, der Heiland,

sind viele Menschen blind für ihn

und suchen die Fülle des Lebens stattdessen

bei sich selbst oder anderen Menschen,

in menschlichen Heilslehren und politischen Ideologien,

im Kampf für das, was sie für das Gute oder Nötige halten.

 

Andere suchen zwar Gott,

wollen aber von Jesus Christus nichts wissen.

Manche wandern durch die ganze Welt auf der Suche

nach Weisheit und Erfüllung.

Andere pilgern an Orte,

an denen angeblich irgendwann einmal

eine wundersame Erscheinung aus dem Jenseits

oder eine Krankenheilung vorgekommen sein soll.

 

Eine richtige Begegnung mit Gott, mit Gott selbst,

mit dem ganzen Reichtum seiner Gnade und Hilfe –

die erfahren wir nur dann, wenn wir Jesus Christus begegnen.

Jesus ist uns näher als wir denken.

Er ist bei uns und sieht uns und unsere Not.

Er ist darauf bedacht, uns zu helfen.

 

Auch bei uns kommt Jesus durch seine Boten

immer wieder vorbei und spricht uns an,

im Gottesdienst,

bei einer Zeltevangelisation,

durch Botschaften in Rundfunk, Fernsehen oder Internet,

durch Begegnungen mit gläubigen Menschen.

 

Wir brauchen Gottes Heil nicht hier und da zu suchen,

es ist da, wo sein Wort, das Evangelium von Jesus Christus, verkündigt wird.

 

Wir können mit Gott sprechen. Er wartet darauf.

 

Er will uns ganz für sich haben –

und wir haben Angst, uns dabei zu verlieren;

aber wer sich Ihm anvertraut, gewinnt viel mehr,

als er verliert.

Man findet dadurch zu seinem wahren Selbst,

wie es von Gott gedacht ist,

zu einem Leben, das Wert hat

und in die Ewigkeit hineingeht.

 

Wenn wir Ihm ganz vertrauen und gehorchen,

ist das zu unserem Besten.

Jedesmal, wenn wir in unser altes Wesen zurückfallen (und das tun wir alle immer wieder!),

ist das für uns und andere schädlich.

Wenn wir im Glauben stolpern und fallen, ist es wichtig, nicht liegenzubleiben, sondern sich von Gott aufrichten zu lassen, wieder aufzustehen, 

erneut um Gottes Geist zu bitten.                

 

Jesus lebt in Seiner Gemeinde. Er sagt:

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,

da bin ich mitten unter ihnen.

Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

 

Gott erleuchtet uns, sodaß wir erkennen können,

was wichtig und was unwichtig ist,

was gut und was schlecht ist.

 

Jesus sagt uns, daß es vor allem auf die Liebe ankommt,

auf die Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen.

 

Die 10 Gebote sagen uns näher, wie diese Liebe Wirklichkeit wird.

 

Wer sich von Gottes Liebe umarmen läßt

und in die Nachfolge Jesu Christi eintritt,

wird ein liebevoller, zartfühlender, freigiebiger Mensch.

 

Wer sich von Gott leiten lässt,

wird dadurch gesegnet und wird für andere ein Segen.

 

So und nicht anders wird unser Lebensdurst gestillt,

so erleben wir Erfüllung, finden Frieden.

 

Jesus ruft auch uns zu: „Wer durstig ist, soll zu mir kommen und trinken – jeder, der mir vertraut!“ (Joh. 7,37+38a) Diese Quelle sprudelt unaufhörlich!

 

Jesus sagt weiter: „Aus dem Inneren eines solchen Menschen

wird lebendiges Wasser strömen.“ (Joh. 7,38)

 

Diese Lebensquelle, Jesus, ist so gewaltig,

daß nicht nur wir selbst dort unseren Durst stillen können.

Wer Jesus Christus begegnet und zu Ihm gehört,

der wird selbst zu einer reichen Quelle für andere.

Christus macht uns zu „Wasserspendern“.

Wir sollen nicht nur Wasser für uns selbst nehmen,

sondern auch Wasser geben.

 

Er stellt uns in seine Gemeinde, damit wir uns gegenseitig bereichern und verabreden,

wie wir Gottes Zuwendung, seine Macht und Liebe

in Wort und Tat hinbringen zu denen,

die suchen und fragen und leiden.

 

Laßt uns darum bitten,

daß Gott durch seinen Heiligen Geist in uns wohnt

und unser Leben aufblühen läßt,

seine Kirche aufblühen läßt

und noch viele Menschen zur Quelle des Lebens gelangen läßt!

 

Ich wünsche Ihnen / Euch einen gesegneten Sonntag.

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr Pastor Friedemann Stinder

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