Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf

Wort zum Sonntag 9. Mai 2021 - Das Vaterunser

 

 

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde!

 

Gott sei Dank – die Zahl der Menschen,

die sich anstecken, sinkt.

Immer noch leiden Menschen und sterben.

Aber es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Immer mehr Menschen lassen sich impfen.

Der Sommer naht und viele von uns hoffen,

daß es dann auch möglich ist, Urlaub zu machen.

80% aller Geimpften leben in den wohlhabenden Ländern.

 

Anderswo, etwa in Indien, wird massenhaft gestorben,

nicht nur in den überfüllten Krankenhäusern,

sondern vor allem in abgelegenen Dörfern,

in den Hütten - und auf den Straßen der Städte.

 

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche, das Diakonische Werk,

ruft gemeinsam mit anderen Organisationen zu Spenden für seine Katastrophenhilfe auf.

 

Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche

in Deutschland (EKD) schreibt:

 

So helfen wir

     Wir unterstützen notleidende Familien mit Nahrungsmitteln.  

     Eine Familie von durchschnittlich sechs Personen erhält 15 Kilo

     Reis, zwei Kilo Linsen, einen Liter Speiseöl, Zucker und

     Gewürze. Je nach Landesteil und Ernährungsgewohnheiten der

     Bevölkerung variiert die Zusammensetzung.

     Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern verteilen

     wir mit unseren Partnern Hygiene-Sets. Diese Pakete enthalten

     Gesichtsmasken, Handschuhe, Seife und Hygieneartikel für

     Frauen.

     Zusätzlich bekommen Familien Bargeld in Höhe von 2.000 

     Rupien. Die Summe entspricht ca. 23 Euro. So können die

     Familien weitere lebensnotwendige Bedarfe decken.

 

Spendenkonto: Evangelische Bank
IBAN: DE68520604100000502502
BIC: GENODEF1EK1

 

Laßt uns nicht nur an uns selbst denken,

sondern auch an die Menschen im Elend!

 

Der Name dieses Sonntags, des 9. Mai, lautet „Rogate“, d.h. „Betet!“

 

Was Gott in Jesus Christus für uns getan hat,

das Erlösungswerk, der Jesus durch sein Leben,

in Kreuz und Auferstehung vollbracht hat,

macht uns zu Kindern Gottes.

 

Kinder reden mit ihrem Papa in Freud und Leid.

Jesus hat seinen Vater im Himmel mit „Abba“ angeredet, d.h. „Papa“!

Auch wir dürfen als Jünger Jesu (Jüngerinnen immer eingeschlossen)

Gott als unseren lieben himmlischen Vater ansehen

und uns als Seine geliebten Kinder wissen!

 

Viele denken und sagen: „Beten ist sinnlos.

Es gibt keinen Gott.

Wer betet, redet gegen eine Wand.“

 

Manche haben in schwierigen Lebenslagen gebetet, vielleicht immer wieder, und sagen:

„Gott hat meine flehentlichen Bitten nicht erhört,

hat mir nicht geholfen. Beten hat keinen Sinn.“

 

In allen Völkern und Religionen wird gebetet.

Im Buch Jona wird erzählt, wie ein Schiff in einen Seesturm gerät.

Als die Seeleute nicht mehr weiterwissen,

beginnen sie zu beten,

jeder ruft seinen Gott um Hilfe an.

Es gibt so viele verschiedene Religionen,

es werden so viele Götter verehrt –

welches ist der richtige Gott,

woher kommt wirklich Hilfe?

 

Unsere Anbetung kann nur dem Gott gelten,

der nicht von Menschen erdacht wurde,

dem Gott, der uns erschaffen hat.

Unsere Anbetung kann nur dem Gott gelten,

der überlegen ist über alle Weisheit der Menschen,

der besser weiß als wir, was gut ist,

dem Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat.

 

Wer dem wahren Gott begegnet,

wird in eine tiefe Ehrfurcht geführt,

in die Bewunderung des Schöpfungswerks,

in die Erkenntnis der eigenen Kleinheit und Verlorenheit,

in ein Erschrecken über die eigene Gottesferne,

in tiefe Freude über das Wunder der Liebe Gottes,

der uns anspricht,

uns unseren Eigensinn und unsere Sünden verzeiht

und als seine Kinder leben läßt.

 

Da dreht man sich nicht mehr um sich selbst,

sondern um Gott, den Mittelpunkt alles Seins.

 

Da zählt der Wille Gottes und seine Liebe zu allen Geschöpfen mehr als alles andere.

Gott wollen und sollen wir vor allem verehren,

anbeten und Ihm danken.

 

Ihn dürfen wir auch um alles Nötige bitten,

aber nicht erst in der Not und nicht nur in der Not.

Gott hört das Gebet der Menschen,

die es ernst mit ihm meinen.

 

Aber er läßt sich nicht vor unseren Karren spannen,

läßt sich von uns nicht vorschreiben, was er zu tun hat.

Er verspricht den Menschen auch gar nicht,

daß er sie immer vor Krankheit und Sterben bewahren will.

Aber er verspricht uns, bei uns zu sein,

uns durchs finstere Tal,

das Tal der Todesschatten, hindurchzuführen

zur Fülle des Lebens mit Ihm und in Seiner ewigen Welt.

Er schenkt uns Geborgenheit im Sturm, Zuversicht im Leid.

 

Immer und immer wieder fallen mir die Worte Dietrich Bonhoeffers ein,

der in dunkler Zeit, in der Zeit der Nazi-Diktatur, im Gefängnis, in Einsamkeit seinen Angehörigen schrieb:

„Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiß an jedem neuen Tag.“

 

Die ersten Jünger haben ihren Rabbi, ihren Meister, gefragt:

„Wie sollen wir beten?“

 

Daraufhin hat Jesus ihnen und uns ein besonderes Gebet geschenkt:

das „Vaterunser“ (Matthäus 6,9-13).

 

Es lautet:

 

„9. Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!

Dein Name werde geheiligt.

10. Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

11. Unser tägliches Brot gib uns heute.

12. Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

13. Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit.

Amen.

 

 

Jesus lehrt seine Jünger und uns mit dem „Vaterunser“,

um das zu bitten, was Gott uns geben will.

Jesus geht nicht von den menschlichen Interessen um Gesundheit und Wohlergehen aus,

sondern umgekehrt von dem, was Gott uns geben will!

Es geht gar nicht in erster Linie um das,

was wir Menschen gern hätten,

sondern was Gott gerne von uns hätte.

 

1. „Dein Name werde geheiligt.“

 

Wer sich diese Bitte zu eigen macht,

dem wird es ein Herzensanliegen,

daß Gottes guter Name in Ehren gehalten wird.

Wir selbst sollen den Namen Gottes mit Ehrfurcht nennen,

zu anderen gut von Gott reden, uns zu Gott bekennen

und auch widersprechen, wenn andere über Gott lästern.

Wir sollen auch als einzelne

und als Gemeinde so aufrichtig und gerecht handeln, daß die Feinde Gottes keinen Grund finden,

sich über Gott und Seine Leute lustig zu machen,

sondern eher dazu gebracht werden,

gut von unserem Gott zu denken.

Dazu erzieht uns diese erste Bitte des Vaterunsers.

 

2. „Dein Reich komme.“

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“

 

Wer immer wieder so betet,

holt Gottes Willen herein in das eigene Leben,

lernt, auf Gottes Gebote zu achten,

forscht in der Bibel, um besser zu verstehen,

was Gottes heiliger Wille ist.

 

Da lernen wir Treue und Barmherzigkeit.

 

Und es wird uns ein Herzensanliegen, daß Gottes Herrschaft sich ausbreitet,

daß Gottes Wille sich durchsetzen kann nicht nur im eigenen Leben,

sondern auch in der Gesetzgebung des Staates und im Leben der Völker.

 

Da gehen dann Menschen rücksichtsvoll miteinander um,

da wird ungeborenes Leben geschützt,

werden kranke und sterbende Menschen liebevoll versorgt,

da wird die Ehe von Mann und Frau geschützt und gefördert,

da wird soziale Gerechtigkeit gesucht,

da möchte man mit anderen Völkern in Frieden leben.

 

3. „Unser tägliches Brot gib uns heute.“

 

Nicht „mein Brot“, sondern „unser Brot“ heißt es.

Wer so betet, denkt nicht nur an sich selbst,

sondern schließt sich mit den anderen Menschen zusammen.

 

Nicht nur wir selbst, sondern alle Menschen

brauchen Brot und Wasser, Früchte und Gemüse

und Fleisch,

ein Dach über dem Kopf und Arbeit,

Gesundheit und Freiheit.

Frage ich danach, ob die anderen haben,

was sie brauchen?

Wann habe ich zum letzten Mal jemand geholfen

oder gespendet?

 

4. „Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“

 

Jesus eröffnet uns allen die Möglichkeit,

Schuld einzugestehen und frei davon zu werden.

Wenn wir Gott um Vergebung bitten,

schenkt er uns auch die ganze Vergebung unserer Schuld.

 

Das verbürgt uns Jesus Christus durch seinen Tod am Kreuz,

wo er sein Leben eingesetzt hat als Sühnopfer für unsere Schuld.

Wer zu stolz ist, um sich vor Gott,

dem höchsten Richter,

im Bekenntnis der Schuld zu beugen,

erfährt auch keine Vergebung.

Wer mit dem Vaterunser um Vergebung bittet,

empfängt sie.

 

„Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“

Die Vergebung Gottes macht uns nachsichtig

mit unseren Mitmenschen.

Wer Vergebung der Schuld von Gott empfangen hat,

kann mit seinen Mitmenschen nicht gnadenlos ins Gericht gehen.

 

5. „Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.“

 

Gott mutet uns Versuchungen zu.

Immer wieder müssen wir unseren Glauben bewähren,

wenn Anfechtungen kommen.

 

Vielleicht haben wir etwas geplant oder aufgebaut

und erleben dann, wie wir scheitern.

Auch Krankheit und Trauer können unser Gottvertrauen erschüttern.

In vielen Ländern der Erde werden Christen um ihres Glaubens willen verfolgt, sind täglich von Haß und Gewalt bedroht,

sitzen in Gefängnissen oder Lagern oder werden ermordet.

Da ist die Versuchung groß, die Mächte des Bösen für stärker zu halten als Gott.

 

Jesus lehrt uns, Gott um Bewahrung zu bitten,

Bewahrung vor der Versuchung und Bewahrung in der Versuchung.

Erlösung von allem Bösen – das sollen wir erflehen,

für uns selbst und für alle Christen.

 

Das wirklich Böse ist der Aufruhr des stolzen Menschen gegenüber Gott,

der Egoismus und die Bosheit der Menschen.

Indem wir uns Gott anvertrauen,

können wir davon erlöst werden.

Je mehr wir in Gott sind und er in uns,

desto weniger kann die Macht des Bösen

unseren Glauben erschüttern

und unser Leben verderben.

 

Das Vaterunser hat ein Ende und ein Ziel: den Lobpreis Gottes.

 

„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit!“ Amen.

 

Mein treuer Vater fragte mich immer wieder einmal:

„Betest Du auch noch?“, und mahnte mich:

„Vergiß das Beten nicht!“

Ja, wir alle sollten uns jeden Tag ein wenig Zeit und Ruhe gönnen zur Besinnung und zum Beten.

Es gilt, an Gott dran zu bleiben,

in Seiner Nähe zu bleiben,

mit Ihm im Gespräch zu bleiben.

 

Das „Vaterunser“ sollte nicht heruntergeleiert werden,

sondern mit Bedacht gesprochen werden.

 

Öffne Gott dein Herz, wenn du betest!

 

Es müssen auch nicht unbedingt die Worte des „Vaterunsers“ sein –

wir dürfen auch mit eigenen Worten beten,

wie eben Kinder mit ihrem Papa!

 

Aber es gilt immer wieder Maß zu nehmen am „Vaterunser“,

damit wir nicht aus dem Blick verlieren,

was wir Menschen vor allem anderen brauchen:

Gott selbst,

Seine Königsherrschaft auch über uns selbst,

daß wir nach Seinen Geboten fragen

und nach dem, was wir jetzt tun können und müssen,

daß wir lernen, von Einsicht und Vergebung zu leben und auch bereit werden, unseren Mitmenschen mit Nachsicht und Güte zu begegnen,

Ausschau zu halten nach Gottes Zukunft.

 

Ich wünsche Euch allen, daß Ihr bewahrt bleibt

an Leib und Seele.

Einen gesegneten Sonntag!

 

Euer Friedemann Stinder

 

 

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