Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
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Wort zum Sonntag                                                        3. Sonntag nach Ostern (Jubilate – Freut euch!),           25. April 2021

 

Liebe Leser, liebe Schwestern und Brüder,

 

wir stehen wieder vor einem deutlichen Herunterfahren des öffentlichen Lebens.

Das ist zwar nötig, um die Zahl der Ansteckungen

mit dem Virus zu begrenzen,

aber für die meisten beschwerlich.

 

Kinder, die nicht mehr in den Kindergarten gehen können;

Schüler, die zu Hause bleiben müssen;

Väter oder Mütter, die sich nun vermehrt

um ihre Kinder kümmern müssen,

Familien, in denen es zu Konflikten kommt,

wenn man den lieben langen Tag beieinander sein muß und sich nicht aus dem Wege gehen kann

(das braucht man ja auch mal!);

Geschäftsleute, die um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten –

all das sind echte Probleme.

 

Aber die vielen, die erkrankt sind

oder noch täglich angesteckt werden,

die auf Intensivstationen liegen,

die, die um das Leben der Patienten kämpfen

bis zum Umfallen – die brauchen unsere Solidarität.

 

Gesundheit und Leben sind wichtiger als wirtschaftliches Wohlergehen und Freizeitvergnügungen –

so meine Überzeugung.

Es gilt, nicht nur für die eigenen Rechte zu kämpfen, sondern auch Rücksicht zu nehmen

auf die Bedürfnisse und Nöte anderer.

 

Der Glaube an Gott ist zu allen Zeiten,

aber gerade jetzt, wichtig.

Wer sich an Gott festhalten kann,

hat immer eine Zuflucht, einen Trost, eine Kraftquelle.

 

Wir haben vor einigen Wochen das Osterfest gefeiert.

Der Gott, den wir kennen, ist ein Gott des Lebens,

ein Gott, dessen Kraft stärker ist als Krankheit und Tod,

der unsere Dunkelheiten hell macht.

 

Dieser Sonntag heißt „Jubilate“, das heißt: „Jubiliert! Freut euch!

Singt und tanzt!“

                                         

Weil Jesus auferstanden ist und lebt,

weil Seine Kraft in uns lebendig ist,

lassen wir den Kopf nicht hängen,

sondern gehen frohgemut in die Zukunft,

nehmen Herausforderungen an,

tun, was nötig und möglich ist.

 

Die Botschaft für diesen Sonntag ist eine Rede Jesu nach dem Evangelium des Johannes (Joh. 15):

 

     1. "Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist

     der Weingärtner.

     2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, 

     schneidet er weg,

     und jede, die Frucht bringt, schneidet er zurück und

     reinigt sie so,

     damit sie noch mehr Frucht bringt.

     3. Ihr allerdings seid schon rein, weil ihr mein Wort

     gehört und angenommen  

     habt.

     4. Bleibt in mir, und ich bleibe in euch!

     Eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Frucht

     bringen; sie muss am Weinstock bleiben.

     Auch ihr könnt keine Frucht bringen,

     wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt.

     5. Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben.

     Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt reichlich

     Frucht.

     Denn getrennt von mir könnt ihr gar nichts bewirken.

     6. Wenn jemand nicht mit mir verbunden bleibt,

     wird er weggeworfen

     und verdorrt wie eine nutzlose Rebe.

 

     Solche Reben sammelt man nur noch auf,

     um sie zu verbrennen.

     9b. Bleibt in meiner Liebe!

     10. Ihr bleibt darin, wenn ihr meinen Anweisungen

     folgt.

     Auch ich habe immer die Weisungen meines Vaters

     befolgt und bleibe in seiner Liebe.

     12. Meine Weisung an euch lautet:

     'Liebt einander so, wie ich euch geliebt habe!“

 

 

„Nichtsnutz! Taugenichts!“

Diese Schimpfwörter kennen wir.

Jeder von uns will etwas gelten,

will nützlich und brauchbar sein,

will etwas leisten und dadurch Anerkennung gewinnen.

 

Es wäre schlimm, wenn es zum Schluß unseres Lebens hieße: „umsonst gelebt“, „das Ziel verfehlt“,

„die Zeit vertan“...

 

Letztlich ist es nur einer, der unser Leben gerecht bewerten kann,

nur einer, der das Urteil über unser Leben fällt:

Gott, unser Schöpfer.

Er hat uns dazu erschaffen,

dass wir für ihn und unsere Mitmenschen da sind und wirken.

 

Stellen wir uns einmal vor, wir hätten mit Sorgfalt 

eine Pflanze in das Erdreich gepflanzt in der Hoffnung,

dass nicht nur Blätter und Blüten,

sondern auch Früchte wachsen.

 

Stellen wir uns vor, wir würden für diese Pflanze alles tun, sie mit Wasser versorgen und die Erde düngen... –

wir rechneten ganz sicher damit,

dass die Pflanze Früchte bringt.

 

Gott hatte das Volk Israel aus der Knechtschaft befreit und in das gelobte Land Israel gebracht,

damit es dort gute Früchte bringt.

 

In Psalm 80 wird vom Weinstock Israel erzählt,

den Gott gepflanzt hat und der prächtig gewachsen ist.

Doch in Jes. 5 klagt Gott darüber,

dass Er in Israel keine guten,

sondern schlechte Früchte findet:

„Er hoffte auf Rechtsspruch – und erntete Rechtsbruch; statt Liebe und Treue nur Hilfeschreie!“ (V. 7b)

 

Was tat Gott?

Hat Er den unfruchtbaren Weinstock ausgerissen?

Nein, Gott war geduldig und unternahm einen letzten Versuch:

Er kam in Seinem Sohn Jesus Christus selbst

zu Seinem Volk.

Dieser Jesus Christus nun will ein Weinstock sein,

an dem Menschen aus Israel und allen anderen Völkern als Reben hängen;

Christus will die Kraft Seines Gottvertrauens

und die Kraft Seiner Liebein die Reben hineinströmen lassen,

sodaß die Menschen,

die im Glauben an Ihm hängen, Frucht bringen.

 

Jesus spricht von Früchten,

die wir bringen können und sollen.

Was für Früchte könnten das sein?

Wie man Gott und seine Mitmenschen liebt,

ist zusammengefasst in den 10 Geboten.

Diese sind Anleitungen zur Liebe.

Es geht in den 10 Geboten nicht nur um das,

was wir nicht tun sollen, sondern auch um das,

was wir aktiv aus der Phantasie der Liebe heraus

tun sollen.

Das Wort Gottes hilft unserer Phantasie

mit vielen Beispielen auf die Sprünge.

 

Der Heidelberger Katechismus etwa erklärt das sehr schön.

                          

Jesus hat in seinen Worten die 10 Gebote ausgelegt.

Wenn wir an Christus hängen und mit ihm verbunden bleiben, werden wir im Geist der Liebe leben,

Gutes tun und Früchte bringen, 

an denen Gott sich freut.

 

Es wird von uns nicht erwartet, daß wir große Leuchten wie Friedrich von Bodelschwingh,

Albert Schweitzer oder Dietrich Bonhoeffer sind.

Aber Gott hat eine Berufung für jeden einzelnen,

einen Plan, er gibt jedem dazu von Geburt an Begabungen mit auf den Weg

und lässt uns durch den Glauben

noch weitere Kräfte zuwachsen.

Es geht darum, daß wir die uns gegebenen Möglichkeiten zum Leben nutzen,

zur Ehre Gottes und zum Wohl unserer Mitmenschen.

 

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die wichtig sind:

ein freundlicher Blick, ein Dank, ein Zuhören, ein Anruf, ein Besuch.

Manchmal ist es auch dran,

sich klar und deutlich zu Christus

und dem christlichen Glauben

und zur christlichen Gemeinde zu bekennen;

manchmal braucht Gott von uns eine Spende –

oder daß wir eine Aufgabe übernehmen.

Gott selbst gibt uns im Glauben die Freude und die Kraft dazu.             

                                                                 

Jesus spricht aber auch von der Möglichkeit,

dass einige Reben/Menschen,

die an Ihm als dem Weinstock hängen,

trotzdem ohne Frucht bleiben.

 

Es gibt Menschen, die nur scheinbar an Christus hängen,

sich aber nicht von den Lebenskräften,

die Jesus schenken will, durchfluten lassen.

 

Es gibt Menschen, die sich Christen nennen,

aber nicht als Christen leben,

die das Wort Gottes kennen,

sich aber nicht daran halten,

Menschen, die zwar auf Christi Namen getauft sind,

aber nicht nach Ihm fragen.

 

Manche wollen nur für sich selbst Gnade und Schutz

von Gott haben,

gönnen dasselbe aber anderen nicht,

sind mit anderen gnadenlos

und sind keine Beschützer derer, die Beistand brauchen.

 

Man könnte sich fragen: bin ich etwa jemand,

der zwar von Gott profitieren will,

sich aber weigert, für Ihn Frucht zu bringen,

Seine Liebe in Wort und Tat weiterzugeben?

Bin ich etwa eine unfruchtbare Rebe?

 

Jesus sagt, dass Gott, der Weingärtner,

solche unfruchtbaren Reben vom Weinstock, Christus, abschneidet, sodaß sie vergehen müssen.

 

Ein wichtiges Wort in unserem Text ist das Wort „bleiben“.

Wir müssen dranbleiben an Christus, am Glauben,

am Hören des Wortes Gottes!

Menschen sind vergesslich und schwach.

Wir brauchen die regelmäßige Erinnerung an Gottes Herrlichkeit,

wir brauchen das regelmäßige Hören auf die Worte Christi, das Gebet.                                                                                             

Niemand kann jemals sagen: „Ich weiß genug“

oder „Ich brauche das nicht, ich bin auch so

ein guter Mensch.“

Menschen, die ihr Leben lang unter Gottes Wort geblieben sind, bekennen,

dass sie stets noch neue Entdeckungen machen,

neue Einsichten gewinnen und neue Schätze entdecken.

 

 

Wir brauchen immer neu das tröstende,

ermutigende Wort Gottes.

Gott selbst meint, dass wir jede Woche einen Tag der Besinnung auf Ihn brauchen;

er meint, dass es gut ist,

wenn am Feiertag die Gemeinde zusammenkommt;

Er will, dass wir uns Zeit nehmen,

um Ihn öffentlich zu ehren und zu verherrlichen,

Ihn zu feiern, uns zu Ihm zu bekennen

und Sein Wort zu hören.

 

Hat Jesus uns nicht mit dem „Vaterunser“ beten gelehrt?

Setzt die Bitte „Unser täglich Brot gib uns heute“

nicht voraus, daß man täglich Grund zum Beten,

zum Bitten und Danken hat?

 

Er schenkt uns im Gottesdienst, auch im persönlichen Bibellesen und im persönlichen Gebet, Leben und Kraft, dass wir Ihm Früchte bringen können.

Diese arme Welt braucht Christen,

die von Gottes Liebe erzählen und Gutes tun, barmherzig sind, für das Recht eintreten

und Frieden stiften.

Das können wir nur gemeinsam schaffen,

wenn wir bei Christus und als Gemeinde

beieinander bleiben.

 

Ich wünsche Ihnen/ Euch einen gesegneten Sonntag!

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr / Euer Friedemann Stinder

 

 

 

 

 

 

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