Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf

Ermutigung Nr. 7 vom 8. Mai 2020

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser!

 

Immer länger zieht sich die Zeit der Einschränkungen hin,

immer größer wird die Sehnsucht nach einem freieren Leben.

 

Mit Mund- und Nasenschutz kann man leben;

doch manches andere ist schwer zu ertragen:

  • Arbeiter und Angestellte, die ihre Arbeitsstelle verloren haben, sind in Bedrängnis geraten
  • Gewerbetreibende, deren Geschäft gelitten hat,                       die Arbeitern oder Angestellten kündigen mussten,                 bangen um die Zukunft ihres Betriebes
  • wer nicht besucht werden darf, wer seine Kinder und Enkel   nicht in den Arm schließen darf, kann unter Einsamkeit leiden
  • Eltern, die zu Hause bleiben müssen, zu Hause arbeiten         und gleichzeitig ihre Kinder beschäftigen sollen,                   stehen stark unter Druck
  • Kinder, die nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen können, vermissen ihre Freunde und Erzieher oder Lehrer
  • In Familien, in denen es Spannungen gibt zwischen den Ehepartnern, zwischen Eltern und Kindern, wo man sich jetzt schlecht aus dem Weg gehen kann, kann es zu heftigem Streit kommen.

 

Alle unsere Fähigkeiten zur Geduld, zur Selbstbeherrschung, Einfühlungsvermögen und Phantasie sind nun gefordert.

 

Der christliche Glaube ist eine große Hilfe dabei,

schwierige Zeiten durchzustehen, denn Gott gibt den Seinen,

die für Sein Wirken offen sind und zu Ihm beten,

den Geist der Nächstenliebe und Geduld, Kraft und Zuversicht.

 

Die Rufe nach immer mehr Lockerungen der Einschränkungen

sind nur zu verständlich.

Doch gleichzeitig muß verhindert werden, 

daß durch voreilige Lockerungen Gesundheit und Leben

von Menschen gefährdet wird.

 

Da müssen Persönlichkeiten in der politischen Verantwortung stehen, die nicht zuerst darauf aus sind, bei den einen oder anderen beliebt zu sein, sondern das Wohl der Bürger und des Landes im Blick haben, einen besonnenen und ruhigen Kurs fahren.

 

Nun soll es auch Lockerungen geben,

was die Gottesdienste angeht:

 

Gottesdienste ohne Gesang, mit der Verpflichtung,

sich am Eingang der Kirche zu desinfizieren,

Mund- und Nasenschutz zu tragen,

den erforderlichen Abstand von bis zu 2 Metern zwischen den Gottesdienst-Besuchern einzuhalten

und mit der Auflage, daß alle Gottesdienstbesucher sich in eine Liste eintragen, damit bei Bedarf bis zu 21 Tage lang nachvollzogen werden kann, wer da mit wem zusammen war.

 

Was auch möglich ist, sind Gottesdienste auf einem Parkplatz   mit Lautsprecheranlage, wobei die Gottesdienst-Besucher         in ihren Wagen sitzen bleiben.

Wir sind dabei, Gottesdienste vorzubereiten,

die unter diesen Bedingungen stattfinden können.

 

Was für merkwürdige Zeiten! Was für ein fremdartiges Leben!

 

Ist uns eigentlich bewusst, was auch die vergangenen Generationen durchgemacht haben, und sehen wir auch die Qualen,                               die Menschen heutzutage in anderen Ländern erdulden müssen: Hunger und Krieg, Diktatur, Folter und Massenmord, Flucht und Vertreibung?

 

Wir möchten gern Leben, Freiheit und Wohlstand genießen. Na klar!

 

Aber was ist mit den Menschen, die an anderen Orten der Erde hungern und dürsten, die kein festes Haus bewohnen können, keinen Zugang zu Ärzten und Krankenhäusern haben,

wegen ihres christlichen Glaubens  in Gefängnissen schmachten oder abgeschlachtet werden,

was ist mit Menschen, die als Flüchtlinge in Lagern in Libyen  oder Nordkorea gequält werden, im Mittelmeer ertrinken,         bei uns um Asyl betteln?

 

Christen sind Teil einer weltweiten Bewegung unter allen Völkern,

eine Familie von Schwestern und Brüdern in allen Erdteilen,

eine Gemeinschaft unter ihrem einen Haupt Jesus Christus,

beseelt von dem einen Heiligen Geist,

der uns mit Gott vereint und Nächstenliebe schenkt.

Das feiern wir am nahenden Pfingstfest.

Gott will mit uns und durch uns in einer verfallenden, vergehenden Welt

Seine neue Welt der Gerechtigkeit und des Friedens bauen.

 

Deshalb wollen wir gern allen unter uns beistehen,

die erkrankt sind und Angst haben vor Krankheit und Sterben, vor wirtschaftlichem Zusammenbruch und Not.

 

Doch zugleich sind und bleiben wir dankbar für all das Gute, das uns geschenkt wurde und wird,                                     

und gönnen auch anderen ein Leben in Freiheit, Frieden

und Wohlstand.

 

Es ist wichtig, daß wir über den fernen Nächsten unsere nahen Mitmenschen nicht vergessen – und umgekehrt:

daß wir über unseren nahen Mitmenschen,

unseren Landsleuten, unserem Europa,

nicht jene vergessen, die im Elend zugrundegehen.

 

So lasst uns als Christen Anwälte aller Leidenden, Lichtbringer

und Friedensstifter sein!

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr Pastor Friedemann Stinder

 

 

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