Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf

Ermutigung Nr. 6 vom 25. April 2020

 

 

Liebe Gemeindeglieder, liebe Schwestern und Brüder, liebe Leser!

 

Die Corona-Pandemie bringt viele Einschränkungen mit sich.  Der Grund für diese Einschränkungen ist die Sorge um die Gesundheit       der Bürger.

 

Zwei wichtige berechtigte Bedürfnisse stehen einander gegenüber:

das Bedürfnis nach Freiheit und das Bedürfnis nach Schutz.

Was hat Vorrang?

Man kann sich zwar aus Unvernunft selbst gefährden,

doch wenn die Gesundheit und das Leben anderer in Gefahr ist,

kann man nicht mehr tun und lassen, was man möchte;

dann ist Rücksichtnahme gefordert, eigentlich sogar noch mehr:

Fürsorge für die anderen.

Ich kann und soll mich selbst schützen, aber auch die anderen!

Auch ein freiheitlicher Rechtsstaat wie die Bundesrepublik Deutschland kann und muß durch Verordnungen und mit Druck dafür sorgen,

daß Gesundheit und Menschenleben nicht unnötig gefährdet werden.

 

Dabei können die Bürger und Parteien natürlich verschiedener Meinung darüber sein, welche Maßnahmen jeweils nötig sind.

Darüber kann in einer freiheitlichen Demokratie auch offen gestritten werden.

Außerdem ist gut und richtig, daß alle, die durch die nötigen Einschränkungen wirtschaftlichen Schaden erleiden,

entschädigt und aufgefangen werden.

Wenn wir unseren Staat auch als Sozialstaat ansehen

und unsere Marktwirtschaft eine soziale Marktwirtschaft sein soll,

dann müssen die Stärkeren für die Schwächeren sorgen.

 

Die Distanz, die uns auferlegt wurde, ist mitunter schwer zu ertragen,

besonders deshalb, weil viele Menschen nicht mehr die persönliche und körperliche Zuwendung bekommen, die sie dringend brauchen.

 

Einige reden und handeln aber auch nach dem Motto:

„Hauptsache, ich bin geschützt –                                                                        aber wieso soll ich mich einschränken für den Schutz anderer?“

„Ich will meine Freiheit zurück!                                                                       Wir werden ja sowieso irgendwann sterben!" 

"Hauptsache, die Wirtschaft brummt wieder                                                      und das alte Leben blüht wieder auf!“

 

Es kann nicht sein, daß einige unter Berufung auf ihre Freiheitsrechte

oder um ihres wirtschaftlichen Wohlergehens willen, 

ohne Rücksicht auf die Menschen, deren Gesundheit und Leben bedroht ist, und gegen allen guten Rat der Fachleute tun, was sie wollen.

 

Die Kanzlerin und andere haben „dringend“ dazu ermahnt,

Schutzmasken zu tragen, durch die wir andere schützen –

aber es geht bei vielen leider doch nur mit Zwang und Bußgeldern.

 

In der gegenwärtigen Lage erleben wir andererseits aber auch            viele Beispiele von persönlicher Nächstenliebe und Solidarität – hoffentlich sind das Haltungen und Handlungsweisen,                            die unser Zusammenleben auch in Zukunft prägen!

Nächstenliebe und Solidarität sind Haltungen,                                            die den Zusammenhalt stärken – und das brauchen wir nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit!

 

War unserem Volk das in der Vergangenheit nicht mehr und mehr abhanden gekommen?  

 

Und könnte das etwas damit zu tun haben,

daß die geistliche Grundlage unserer Kultur,

der Glaube an Gott, an Jesus Christus, an Recht und Barmherzigkeit immer mehr zerstört wurde durch das Streben nach materiellen Gütern,

nach Konsum, Profit, Spaß und dem eigenen Vorteil?

Wie viele Langzeitarbeitlose und arme Rentner,                                    wie viele Kinder ohne Geborgenheit,                                                     wie viele Süchte, wie viel Haß, Misshandlung und Gewalt,

wie viele zerstörte Familien und Menschen gibt es schon seit langem

in unserer Gesellschaft!

 

Es ist Zeit zur Besinnung, zur Umkehr, zum Neuanfang mit Gott,

zu einem Leben im Hören auf Gottes Wegweisung,

zu einem fröhlichen Leben in der Nachfolge Jesu Christi,

zu einem gemeinsamen Aufbruch in ein anderes, besseres Miteinander!

 

Das eine ist die Freiheit, die wir brauchen, um unsere eigenen Rechte wahrzunehmen, Bedürfnisse und Interessen zu befriedigen,

die Freiheit unserer bürgerlichen Rechte im freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat. Gott sei Dank dafür!

Das andere ist die Freiheit, die Gott uns durch den Glauben gibt:

Freiheit vom Egoismus, Freiheit zur Nächstenliebe,

Freiheit zum Verzicht zugunsten der Bedürfnisse anderer.

 

Wahre Freiheit ist mehr als meine persönliche Freiheit,

das eigene Recht zu behaupten, den eigenen Vorteil

oder das eigene Glück zu suchen.

Wahre Freiheit ist die Freiheit von dem Gefangensein in Eigensinn,

Selbstherrlichkeit und Selbstgerechtigkeit, die Gott uns schenkt

durch Jesus Christus, das Abbild seiner selbstlosen Liebe.

 

In diesem Sinn hat der Christian Heinrich Zeller (1779-1860) gedichtet:

 

1. Freiheit, die ich meine, ist kein Schattenbild;

denn mit Himmelsscheine sie das Herz erfüllt.

Freiheit, die ich meine, ist kein Gaukelspiel,

womit man zum Scheine Toren ködern will.

 

2. Freiheit, die ich meine, kommt vom Zeitgeist nicht,

kommt vom Sohn alleine und von seinem Licht.

Knechte des Verderbens führen nicht zum Sohn,

und zur Zeit des Sterbens müssen sie davon.

 

3. Wen der Sohn befreit von des Irrtums Nacht,

wen der Sohn erneuet, der wird frei gemacht.

Blutend hat errungen Freiheit uns der Sohn,

der aufgeschwungen auf des Vaters Thron.

 

4. Darum kommt zum Sohne, der erquicket euch!

Ewgen Lebens Krone in des Vaters Reich ,

die kann Er nur geben, wenn sein Geist euch treibt,

wenn ihr, wie die Reben, an dem Weinstock bleibt.“

 

Es gibt für Menschen keine absolute Freiheit,

sondern nur die Freiheit von bösen Mächten,

auch von unserer irren Selbstverliebtheit und der Ichsucht;

die Freiheit, sich Gott zuzuwenden

und in der festen Bindung an Ihn

zurückzufinden zu unserer ursprünglichen Bestimmung,

zu einem Leben als Kinder Gottes,

zu einem Leben im Geist der Liebe und des Rechts.

 

Zu dieser Freiheit gehört auch die Freiheit

von der bodenlosen Furcht, zu kurz zu kommen, unterzugehen,

das Leben zu verlieren,

weil wir in Gott das wahre Leben gewinnen,

das Leben, das Sinn hat und sich lohnt,

das Leben, das durchleuchtet ist von der Liebe Jesu,

das Leben, das von Gott getragen wird und bewahrt bleibt,

hineingeht in die Ewigkeit Gottes.

 

Gelassenheit, Zuversicht und Lebensfreude in Jesus Christus

wünscht Ihnen

 

Ihr Pastor Stinder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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