Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf

Ermutigung Nr. 3 vom 25.03.2020

 

 

 

 

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser!

 

Tja, jetzt sitzen viele von uns die meiste Zeit zu Hause. Manche dürfen / müssen auch arbeiten.                        Da die Kindergärten (bis auf kleine Notgruppen)                und die Schulen geschlossen sind,                           verbringen Familienmitglieder viel mehr Zeit miteinander als gewöhnlich.

 

Das kann zweierlei bringen: ein bewußteres Miteinander und auch mehr Reibungsflächen.

Wo Menschen, manchmal auf engstem Raum, zusammenleben, müssen alle aufeinander Rücksicht nehmen, aufeinander eingehen, die Bedürfnisse der anderen achten. Das kann schwer sein. Da können Machtkämpfe stattfinden, können sich Enttäuschungen, Ärger und Wutausbrüche entwickeln. Die Psychologen, Pädagogen und Seelsorger in unserer Gesellschaft befürchten sogar eine Zunahme häuslicher Gewalt in diesen Tagen. Es gibt Gewalt mit Worten und mit Taten.

 

Da hilft nur das offene Gespräch miteinander über die jeweiligen Bedürfnisse.

Nicht nur die eigenen Bedürfnisse sind wichtig, sondern auch die der anderen.

Nicht nur der eine braucht Rückzugsräume, sondern auch der andere.

Nicht nur der eine hat berechtigte Ansprüche, sondern auch der andere. Wir müssen uns gegenseitig Rechte zugestehen.

Wer von Gott her denkt, kann sein Ego zurücknehmen, kennt den Wert der Selbstbeherrschung und kann um Verzeihung bitten.

Selbstverständlich sind Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich; und das heißt: Liebe schenken und Grenzen setzen.

 

Ich muß da immer an meinen Vater denken.

Das Fernsehen befand sich bei uns in einem abschließbaren Schrank. Er schloß meinem Bruder

und mir, bis wir etwa 16 J. alt waren, für bestimmte Fernsehsendungen den Schrank auf

und schaltete das Fernsehen ein -

und, wenn die Sendungen vorbei waren, wieder aus.

Wir erkannten schon damals darin seine Fürsorge.

Er kannte die Versuchlichkeit junger Menschen;

er wollte nicht, daß wir jeden Mist sehen.

Aber es paßte uns natürlich nicht.

Heute bin ich ihm dankbar dafür, daß er den Mut hatte, uns aus elterlicher Liebe heraus Grenzen zu setzen.

 

Wir können in diesen Tagen in der Familie auch miteinander überlegen, wie wir das gemeinsame Leben gestalten wollen: es gibt mehr Möglichkeiten zum gemeinsamen Essen, Zeit zum Gespräch, Zeit zum Spielen, Zeit zu Wanderungen in der Natur...

Ist es nicht so, daß die Menschen in den Familien

zu oft nebeneinander her leben?

Die gegenwärtigen Zeitumstände können uns dazu bringen, unser Familienleben bewußter positiv

zu gestalten.

 

Auch das gemeinsame Essen ist viel wert,

es ist von alters her ein wichtiges Gemeinschafts-Ereignis. Man kann ein Essen gemeinsam zubereiten, vorbereiten. Man kann mit einem Tischgebet beginnen, d.h. mit Dank an Gott, den Geber aller guten Gaben.

Wenn wir Gott einbeziehen in unser Denken und Leben, bringt das Segen, auch für das Miteinander in der Familie. In einer gepflegten Tischkultur achten wir wiederum

auf die Bedürfnisse der anderen, lassen ihnen den Vortritt, gehen achtsam mit den Speisen um,

die ja eine Gottesgabe sind, einen Wert haben

und mit Bedacht ausgewählt und zubereitet wurden;

wir laufen nicht vom Tisch weg,

als wäre die Gesellschaft der anderen uns nicht wichtig,

und beenden die Mahlzeit gemeinsam;

es kann auch gemeinsam abgeräumt und gespült werden. Gute Tischsitten sind schon eine Einübung in ein rücksichtsvolles Miteinander.

 

Viele von euch sagen vielleicht: das weiß ich alles

und halte es auch so.

Es wäre schön, wenn es überall und immer so wäre...

 

Bei Bad Hönningen hat jemand auf einen Brückenpfeiler geschrieben: "Sag deiner Mama, daß du sie lieb hast!" Auch das ist in diesen Tagen wichtig: sag Deiner Mama, Deinem Papa, Deinem Kind, Deiner Oma und Deinem Opa, Deinem Bruder und Deiner Schwester, daß Du ihn / sie lieb hast! Oder daß er / sie Dir wichtig ist, daß Du froh bist, daß es ihn / sie gibt! Das tut gut!

 

Hier ein Gebetsvorschlag dazu:

 

Lieber Gott!

 

Es ist manchmal schwer,

mit den Mitmenschen auszukommen.

 

Oft bin ich genervt, oft ärgere ich mich über die Unarten der anderen, über die Undankbarkeit und Verschlossenheit der anderen.

 

Vielleicht ärgern sich andere auch über mich.

 

Hilf mir, rücksichtsvoll und freundlich zu sein!

 

Hilf mir, die Bedürfnisse und Nöte der anderen

zu erkennen!

 

Laß uns in unserer Familie zusammenhalten!

 

Hilf uns, einander nicht zu überfordern,

anderen ihre Freiräume zu lassen!

 

Hilf den Eltern, ihren Kindern nötige Grenzen

zu setzen: nicht zu enge Grenzen,

damit sie sich nicht eingesperrt fühlen, nicht zu weite Grenzen, damit sie nicht verwildern.

 

Hilf den Kindern und Jugendlichen,

ihre Eltern zu achten.

 

Hilf uns, einander mit behutsam gewählten Worten zu sagen, was uns stört.

 

Hilf mir zu sehen, was Du mir mit meiner Familie, meinen Angehörigen geschenkt hast!

 

Laß mich für meine Familie dasein,

laß die anderen spüren, daß sie mir wichtig sind!

 

Segne unsere Gemeinschaft,

laß uns offen sein für Dein Wort

und Deinen Geist der Liebe.

 

Amen.

 

Ich grüße Sie / Euch alle mit den besten Wünschen und bete für Sie / Euch alle.

 

Ihr / Euer Pastor Stinder

 

 

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