Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf
Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf

Ermutigung vom 22. März 2020 

 

Liebe Gemeindeglieder, liebe Schwestern und Brüder!

 

Wieder ist ein Sonntag ohne Gottesdienst in unserer Kirche vergangen.

Noch einmal sind die Bestimmungen für das Zusammenkommen von Menschen verschärft worden.

 

Wie geht es Euch damit? Fühlt Ihr Euch isoliert, eingeengt, abgeschnitten - oder ist es Euch gelungen, die verordnete Zurückgezogenheit schöpferisch zu verwandeln in eine fruchtbare Zeit? Ist jemand verzweifelt und braucht Hilfe?

Hoffentlich ist niemand von Euch vom Corona-Virus befallen worden! Und falls das geschehen sollte - ich hoffe und bete gern für Euch.

 

Beten- hilft das?

 

Ich denke, es hilft nicht so, daß wir damit ein Werkzeug in der Hand hätten, um unsere Ziele zu erreichen. Das haben auch schon viele von uns erfahren: flehentlich Gott um etwas gebeten, um Hilfe geschrieen - aber unsere Gebete wurde nicht erhört.  Da war nur das Schweigen Gottes - oder konnten wir Seine Antwort nur nicht hören?

 

Es gibt eine große Kommunikationsstörung zwischen Gott und uns - das nennt man Sünde. Wir vergessen so oft Gott, leben ohne Ihn; aber wenn wir Ihn brauchen, soll Er tun, was wir wollen. Vielleicht läßt Gott das nicht mit sich machen...

 

Andererseits lernen wir aus Gottes Wort auch, daß Er seine sündige Menschheit trotzdem nicht fallen läßt, ja, sie sogar liebt. Jesus Christus selbst sagt: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggeborenen Sohn hergab, damit alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben."

Es heißt nicht: "...damit alle, die an Ihn glauben, immer gesund und fröhlich sein können." Sondern: "...damit alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben."

Gott will uns nicht untergehen lassen in Sünde, Verderben und Vergänglichkeit, sondern uns durch Jesus Christus in Sein ewiges Leben einbeziehen.

 

"Ewiges Leben" heißt nicht Leben ohne Krankheit und Not, sondern Leben mit Gott, Leben im Hören auf Jesus Christus, Leben, das vom Heiligen Geist durchdrungen ist, Leben im Glauben, im Geist der Liebe und in der Zuversicht, daß wir am Ende Gottes Welt sehen, geborgen sind in Seiner Welt des Friedens und der Seligkeit.

 

Im Glauben erfahren wir Gott als den, der uns manches finstere Tal durchwandern läßt, damit wir lernen, Seine Hand zu fassen, die Hand des himmlischen Vaters, der uns hindurchbringt zum Licht. So müssen wir nicht verzweifeln, gehen unseren Weg vielleicht unter Tränen, aber dennoch getrost, voller Hoffnung.

 

Heute morgen kam der Radiogottesdienst im Deutschlandfunk aus Hamburg. Der Prediger in diesem Gottesdienst war der Vorsitzende des Rates der Ev. Kirche in Deutschland, der bayrische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm; er erinnerte an Worte von Dietrich Bonhoeffer, die dieser trotz Angst und Bedrängnis geschrieben hat:

 

      Ich glaube,
      dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
      Gutes entstehen lassen kann und will.
      Dafür braucht er Menschen,
      die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

      Ich glaube,
      dass Gott uns in jeder Notlage
      soviel Widerstandskraft geben will,
      wie wir brauchen.
      Aber er gibt sie nicht im voraus,
      damit wir uns nicht auf uns selbst,
      sondern allein auf ihn verlassen.
      In solchem Glauben müsste alle Angst
      vor der Zukunft überwunden sein.

      Ich glaube,
      dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
      sondern dass er auf aufrichtige Gebete
      und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

  

Hier auch ein Gebet von Dietrich Bonhoeffer:

 

        Herr, in mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht.
 

        Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.
 

       Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe.
 

       Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede.
 

       Ich verstehe deine Wege nicht,

                     aber du weisst den Weg für mich.


 

    Ich wünsche Euch, daß Gott Euch behütet und bewahrt vor  

    allem Bösen.

 

    Euer Pastor Friedemann Stinder

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